Die Zeit des Chaos

Andromalius, Fürst von Solomon
Aus der Sicht der Menschheit ist die Geschichtsschreibung vor dem Erscheinen des Messias verwirrend und ungenau. Dies ist vor allem die Schuld der Kirche und Tol Raukos, die alle Informationen zerstörten, von denen die Leute nichts wissen sollten. Dennoch sind, durch sorgfältige mündliche Überlieferung und die geheime Arbeit bestimmter Historiker, einige Bruchstücke dieser vergangenen Ära erhalten geblieben.
Die Ursprünge der langen Ära, die als Zeit des Chaos bekannt ist, sind unbekannt. Die meisten Quellen stimmen darin überein, dass es in Folge eines apokalyptischen Konflikts begann, der als Krieg der Dunkelheit bezeichnet wird. Nur wenige Aussagen existieren über die Zeit vor mehr als zehntausend Jahren vor dem Erscheinen Abels. Fest steht nur, dass es sich um einen außerordentlich langen Zeitraum handelte, der den Aufstieg und Fall vieler großer Reiche sah. Tatsächlich haben viele heutige Kulturen von Gaïa ihren Ursprung in diesen langen Jahrhunderten des Chaos.
Diese Ära war angefüllt mit unvorstellbaren Wundern ebenso wie mit fürchterlichem Grauen. Die Menschheit wandelte Seite an Seite mit Wesen, die heute nur noch als Märchengestalten gelten. Jedes Land hat seine eigenen Legenden über das Ende jenes Zeitalters; darunter die Mythen von Holst in den nördlichen Mooren, die Verkündung von El-Eyad in den brennenden Wüstensanden oder das Verschwinden des Ewigen Kaisers im fernen Varja.
Das Erscheinen des Messias
Es begab sich, dass in der Zeit der Verwirrung und des Chaos’ einer erschien, der alles veränderte. Aus der Finsternis der Geschichte erwuchs ein Kind, das uns eine neue Bestimmung zeigen würde, von der wir nie geträumt hatten; ein schlichtes Kind, das kurz darauf die Grundfesten der Welt erschüttern würde. Trotz seiner bescheidenen Herkunft würden selbst die mächtigsten Könige und Kaiser vor ihm niederknien. Heute ist er unter vielen Namen bekannt, doch der erste, unter dem wir ihn kannten, war Abel. Obwohl die zahllosen kirchlichen Debatten über seine in Geheimnisse Kindheit andauern, gibt es den ersten Beweis seiner Ankunft in Gaïa in einem kleinen Dorf in der Region, die heute als das Dominion bekannt ist. Zu jener Zeit war das Gebiet in einen unablässigen Kampf verwickelt und mehrere Kriegsherren stritten sich um die Kontrolle der Städte und Dörfer. Eines Tages fiel das Dorf Netzath dem Angriff einer kleinen Armee heim, die kein anderes Ziel hatte, als es zu plündern und zu kontrollieren. In jenem Moment aber erschien Abel inmitten des Angriffs und ging langsam zum stolzen Hauptmann der Soldaten hinüber. Niemand hob eine Waffe gegen ihn, sie waren schlicht nicht in der Lage dazu. Ein kleiner Junge von kaum zehn Jahren, trat er vor den Krieger und lächelte sanft. “Eine neue Ära bricht heute an”, waren die ersten Worte, die man ihn sagen hörte und die in die Geschichte eingehen würden. Er sprach mit der Unschuld eines Kindes und der Weisheit eines alten Mannes, und niemand der Anwesenden konnte ihn ignorieren.
Der Hauptmann aber war tief berührt, und als er begriff, dass der Junge nichts weiter als ein Wanderer war, entschied er sich, ihm an jeden Ort zu folgen, selbst in die tiefsten Tiefen der Hölle. Der Soldat würde der erste seiner Jünger sein, und eine Weile später der erste seiner zwölf Apostel: Pietro Giovanni.
Abel wanderte von einem Ort zum anderen und verbreitete sein Wort. Wohin auch immer er sich wandte, die Leute würden ihre Konflikte begraben und gemeinsame Ziele verfolgen, getreu der Lehre eines Gottes, den sie bis dahin nicht gekannt hatten, ein Gott über allen Dingen, der uns die Macht über Leben und Tod geschenkt hatte.
Magie und alles Übernatürliche wurden als Quelle des Übels betrachtet, das die Menschheit erlitten hatte, und fand keinen Platz in seiner Philosophie. Wenn die Menschen nach der Erlösung strebten, so sollten sie zu ihren Wurzeln zurückkehren, bevor ihr Leben durch Kräfte von außen heimgesucht wurde. Zauberer, übernatürliche Geister und andere Kreaturen erkannten mit Bestürzung, wie mit ungeahnter Geschwindigkeit ein Glaubenssystem heranwuchs, in dem sie keinen Platz hatten. Aus diesem Grund entschieden einige Kritiker, als Abel gerade sechzehn geworden war, sich von dem Ärgernis zu befreien, das er für sie darstellte. Ihre Gelegenheit dazu sahen sie, als er sich anschickte, vor einer großen Gemeinde in der Stadt Ilion zu predigen. Der Angriff wurde vom Orden von Yehudah angeleitet, in dessen Augen diejenigen mit dem Talent dazu ausersehen waren, die Welt zu beherrschen. Ihr Ziel ging jedoch über Abels Tod hinaus und bestand darin, einen Aufruhr anzuzetteln, der jedem zeigen würde, wer die wirkliche Macht in Händen hält. Doch die Erzmagier hätten niemals ahnen können, was als nächstes geschehen würde. In jener Nacht zeigte ihnen Abel, dass Gott nicht nur Liebe und Gnade walten ließ, sondern auch Strafe und Rache.
Als die Zauberer sich vor der Menge manifestierten und ihre brutale Machtdemonstration begannen, hob der junge Mann das Schwert eines gefallenen Soldaten auf und hielt mit Tränen in den Augen auf seine Kontrahenten zu.
Die Kriege des Kreuzes
Nach diesem Vorfall änderte sich Abels passive Einstellung. Er sammelte seine wichtigsten Anhänger um sich, verlieh ihnen den Titel von Aposteln und erklärte ihnen, dass die Zeit gekommen war, die Welt für immer zu verändern. So begann ein Kreuzzug für die Vereinigung, um alle unter einer Flagge, einem Traum und einem Himmel zu vereinen. So begannen die Kriege des Kreuzes. Königreiche und ganze Nationen warfen sich ihm zu Füßen, Kriegsherren und Kaiser boten ihm ihre Waffen und Kronen, überwältigt von der faszinierenden Erscheinung Abels. Die Macht einer vom Glauben voran gepeitschten Armee unterwarf jene, die sich nicht freiwillig ergeben wollten. Einige Monarchen, die sich dem neuen Dogma verweigerten, sahen sich schnell mit einem Aufstand ihrer Untergebenen konfrontiert, die sich den Lehren des Erlösers folgend gegen sie wandten. Über Jahre hinweg verfolgte Abel seinen Traum, alle Nationen der Menschheit zu vereinen. Einzig das Reich Solomon, das für viele Jahre die größte Macht der Menschheit unter einer Krone vereinigt hatte, weigerte sich aufzugeben und widerstand den Vorstößen des Auserwählten des Himmels.
Es kam die Zeit, als die religiöse Vereinigung von den Gottheiten, die heute als die Falschen Idole bekannt sind, mit wachsendem Widerwillen betrachtet wurde und sich einige von ihnen entschieden, in dieser Angelegenheit eine etwas aktivere Rolle einzunehmen. An den Toren der Spitze der Welt wurde Abel mit Fenrisulf persönlich konfrontiert, einem lebenden Gott, der sich auf der Höhe seiner Macht manifestiert hatte. Die Tradition und die Kirche nennen dieses Wesen “Die Große Bestie”, was jedoch wahrscheinlich nicht ganz richtig ist. Dennoch, entgegen aller Erwartungen gelang es Abel, die Gottheit zu vernichten und ihr göttliches Blut mit seinen eigenen Händen zu vergießen. Da nahm Saulo, der vormalige Hohepriester des Falschen Idols, das Blut des Fenrisulf und malte damit ein Kreuz auf Abels Stirn. Er erhielt den Namen Christus, was “der Gesalbte” bedeutet.
Nach dieser Zurschaustellung reiner Macht erkannte die ganze Welt, dass die Menschheit auf eine neue Blütezeit zustrebte, wodurch sie zum ersten Mal seit Äonen wieder die Aufmerksamkeit anderer Rassen erregte. Die Abgesandten zahlreicher Kulturen versuchten, mit Christus in Kontakt zu treten, doch unsere einzige Antwort bestand darin, unsere Grenzen zu schließen und uns von allen abzuschotten, die anders waren als wir. Das Kaiserreich von Sylvanus akzeptierte grollend, da es keinen offenen Konflikt heraufbeschwören wollte, und die Stämme der Jayan, die sich in den Ländern der Menschen aufhielten, wurden mit Gewalt verstoßen. Die anderen Rassen, ethnischen Gruppen und Kulturen folgten ihrem Beispiel und kehrten der Menschheit und ihren Angelegenheit den Rücken. Allein das Volk der Schatten stellte eine echte Bedrohung dar.
Obwohl sie nur über einen Bruchteil ihrer einstigen Macht geboten, waren die Duk’zarist eine Kraft, der sich die Menschheit nicht so ohne weiteres stellen konnte, und ihr Stolz verbot es ihnen, sich in die Isolation zu begeben.
Und wieder tat Abel etwas völlig Unerwartetes. Er begab sich ganz allein nach Khronos, die fliegende Stadt der Duk’zarist, die kein Mensch vor ihm ohne Erlaubnis betreten hatte. Zur großen Überraschung aller ging er zu den Toren des Palastes und verlangte die Kaiserin Phometeum Noah zu sprechen. Seine Furchtlosigkeit weckte die Neugier der Herrscherin von Khronos, so dass sie ihm schließlich eine Audienz gewährte. Einige Gläubige behaupten, dass die dunkle Kaiserin bei ihrer Begegnung mit dem Erlöser den Schatten Gottes auf ihm ruhen sah und erschrak.
Aus unbekannten Gründen willigte sie ein, sich nicht in die Angelegenheiten der Menschen einzumischen, und Abel kehrte an die Seite seiner Jünger zurück, um das Königreich der Himmel zu verwirklichen. Zu der Zeit war er in seinem zwanzigsten Lebensjahr.
Er sollte kein weiteres erleben.
Das Königreich der Himmel
Nachdem sie die nördlichen, südlichen und westlichen Grenzen befriedet hatten, wandten Abel und seine Apostel ihre Aufmerksamkeit auf Solomon. Dessen derzeitiger Herrscher, Kaiser Romulo, war für seine Willkür und Grausamkeit gefürchtet. Unterstützt von einer dekadenten Bevölkerung, die alten Träumen von Größe nachhing, hatte er sich offen gegen den Messias-Glauben gewandt. Alles in allem würde es ein schwieriger Feldzug werden, auch wenn niemand das Ergebnis anzweifelte.
In einer kürzeren Zeit und mit weniger Schwierigkeiten als erwartet gelangten Abels Armeen in die Außenbezirke der Hauptstadt von Solomon und schlugen ein paar Kilometer von ihren Mauern entfernt ihr Lager auf, bis der Morgen hereinbrechen würde. In jener Nacht traf sich Christus mit seinen Aposteln und hielt ein Abendmahl. Einige sagen, ihnen wäre nichts Ungewöhnliches aufgefallen, andere behaupten, er hätte genau geschildert, was geschehen würde, doch hätten sie es in jenem Moment einfach nicht wahrgenommen. Später traf er sich unter vier Augen zunächst mit Pietro und später mit Iscariote Sith, einem anderen seiner Apostel. Was sie zu besprechen hatten, ist nicht genau bekannt, doch anscheinend teilte ihm Iscariote mit, dass er ihm etwas zeigen wolle. Leise führte er Abel zum Hügel der Klagen, wo ein Trupp aus Solomon-Agenten auf ihn lauerte, um ihn gefangen zu nehmen. Was an jenem Ort geschah, ist Gegenstand wilder Spekulationen, doch der am weitesten verbreitete Glaube besteht darin, dass sich Christus freiwillig und ohne Gegenwehr gefangen nehmen ließ. Es wird gesagt, dass er dort eine letzte Träne über unser Schicksal vergoss und Iscariote ihn auf die Wange küsste, um sie zu trocknen.
Als Bezahlung gab Romulo dem Verräter dreißig Münzen aus Metall, so dunkel wie die menschliche Seele. Jeder, der eine davon besitzt, sollte sich fürchten, denn unsere Sünden werden auf sie fallen.
Am folgenden Morgen wurde Abel auf den Mauern von Solomon gekreuzigt, wo er für dreizehn lange Stunden leiden musste. Der Himmel öffnete sich nicht, noch bebte die Erde. Es regnete kein Blut und es herrschte keine Minute des Schweigens in den Himmeln.
Abel starb einfach.
Die elf heiligen Königreiche
Entgegen den Vorstellungen von Romulo und seinen Generälen bedeutete der Tod des Messias nicht das Ende seines Traumes. Die elf Apostel, die nach Iscariotes Verrat noch übrig waren, übernahmen die Führung der Armee, und nach ein paar Stunden brachen die Mauern der Stadt und mit ihnen jeder Widerstand. Jenen, die ihren Herrn gefoltert und ermordet hatten, wurde keine Gnade zuteil. Dort, über den Ruinen der Hauptstadt, errichteten die Elf das Grab des Messias und trafen den, der als erster Heiliger Seher in die Geschichte eingehen sollte. Die Kriege des Kreuzes waren beendet. Ohne ein Leitbild wie Abel stand der Menschheit eine ungewisse Zukunft bevor. Dennoch war der Traum, für den sie eine Dekade lang gelebt und gekämpft hatten, noch immer stark in ihrem Herzen und sie bemühten sich, ihn zu einem guten Abschluss zu bringen.
Die elf Apostel verfielen in eine lange Diskussion, die mehrere Tage anhielt, bis sie schließlich von Ermüdung überkommen wurden und sich ausruhen mussten. In jener Nacht träumten sie vom Messias, der ihnen erklärte, dass das Schicksal seiner Arbeit von nun an in ihren Händen lag. Nach ihrem Erwachen entschieden sie, die Reiche der Menschheit in elf Teile aufzuteilen, und jeder von ihnen sollte über einen Teil davon regieren. Dies würde es ihnen erlauben, seine Ziele fortzuführen und die Stabilität zu wahren, die sie für einen so hohen Preis errungen hatten. Eine neue Ära war angebrochen, die als Ära der Heiligen Königreiche bekannt werden würde. Die Welt war im Wandel und jeder war sich dessen bewusst.
Drei Jahre später begann auf den Ruinen von Solomon der Bau der Stadt Erzengel, die zur Hauptstadt der Menschheit aufsteigen würde, während die Apostel in ihrem jeweiligen Gebiet die Geburt der Elf Heiligen Königreiche verkündeten. Es war der Anbruch einer langen, glanzvollen Zeit, die jedoch nicht ohne Probleme war.
Den wichtigsten Grundsätzen von Abels Lehre Folge leistend, verboten die Apostel den Gebrauch des Übernatürlichen und schlossen ihre Grenzen für andere Rassen. In ihre eigenen Angelegenheiten verstrickt, schenkten die anderen Rassen diesem Vorgehen nicht die Aufmerksamkeit, die es verdiente. Auf der anderen Seite gelang es Apostel Thanos Shetep nicht, die ihm zugedachten Reiche von Kushistan und Al Enneath unter seine Herrschaft zu bringen, weil er sich in seinem Rachdurst gegenüber Iscariote dazu verleiten ließ, sie zurückzulassen.
In dessen Folge entwickelte sich Kushistan zu einem großen Problem für die territoriale Einheit der Menschen und es gab immer große Spannungen zwischen den Leuten von Enneath und den Heiligen Königreichen des Nordens.
Mit der verstreichenden Zeit, als die ursprünglichen Apostel der Heiligen Königreiche schon längst verstorben waren, drifteten diese langsam auseinander und die Spannungen nahmen zu. Schließlich bildeten sich vier große Machtblöcke heraus, die keine Erinnerung mehr daran hatten, warum sie gegründet worden waren. In trauriger Ironie konnten die großen Träume und Ideale der Vergangenheit nicht gegen die wahre Natur des menschlichen Geistes bestehen.
Dort, an den Toren des Unverständnisses, würde die Welt ihrer dunkelsten Stunde entgegentreten.
Denn aus dem Schatten unserer Geschichte hatte sich ein zwölftes Königreich der Menschen gebildet.
Der Krieg Gottes

Zhorne Giovanni
Rah Sith, letzter Abkömmling des Apostels Iscariote, hatte insgeheim eine Macht erschaffen, von der die andere Kräfte des Planeten nichts ahnten: das Königreich des Judas. Wie ihm dies gelang, ohne dass jemand etwas davon mitbekam, ist ein Mysterium, doch seine Macht war absolut.
Er besaß einen Teil der verlorenen Technologie von Solomon, die ihm eine vollständige Überlegenheit über den Rest der Nationen verlieh. Als selbsternannter Herr der Zurückgewiesenen standen all jene hinter ihm, die nach den Vorstellungen der damaligen Zeit keinen Platz in der Welt hatten: Zauberer, Beschwörer und eine Vielzahl übernatürlicher Wesen, die sich ihm anschlossen, um Gaïa für immer zu verändern. Diese waren jedoch nicht die einzigen Streitkräfte unter seinem Kommando. Dank seines Wissens über vergangene Zeiten hatte er durch übernatürliche genetische Manipulation ein breites Spektrum an Kreaturen erschaffen, neue Rassen mit dem einzigen Zweck, ihm als Waffe zu dienen, und gewaltige, grässliche Bestien aus der Vorzeit. Unter seinem Kommando stand ein Heerzug, den es nicht einmal im Krieg der Dunkelheit gegeben hatte.
Ein wichtigster Schachzug bestand jedoch darin, die junge Kaiserin der Duk’zarist, Ark Noah, Tochter der inzwischen verstorbenen Phometeum, mit der Lüge, ein Heilmittel für die Empfindlichkeit ihrer Rasse gegenüber Metall gefunden zu haben, in seine Festung Tol Rauko zu locken. Nach ihrem Eintreffen nahm er sie gefangen, um die Duk’zarist zu zwingen, ihm im kommenden Konflikt beizustehen.
Als Rah am dreizehnten September des Jahres 223 die Welt von seiner Existenz in Kenntnis setzte, war niemand auf sein Erscheinen vorbereitet.
Die erste Siedlung, die fallen sollte, war die Stadt Acheon, die größte Metropole der Menschheit in jenen Tagen. Trotz ihrer fortschrittlichen Technologie und mächtigen Verteidigungsanlagen wurde sie in weniger als einem Tag dem Erdboden gleichgemacht. Nur Stunden später hatten die Streitkräfte von Judas entlang der Küste der Inneren See Stellung bezogen und erschufen eine Symphonie der Zerstörung. Die Heiligen Königreiche, verstrickt in kleinere Streitigkeiten, vermochten nicht angemessen auf den Angriff zu reagieren und fielen eines nach dem anderen der Vernichtung anheim. Dreimal versuchten sie, eine gemeinsame Armee zu bilden, um die Invasoren aufzuhalten, doch jedes Mal blieben ihre Bemühungen vergebens.
Rahs Armeen begannen bald, ihre Kriegsziele aufzuteilen und auch die nichtmenschlichen Kräfte und uralten Reiche mit tödlicher Effizienz anzugreifen. Da sie die Bedrohung für Gaïas Zukunft erkannten, entschieden sich die Nationen der Sylvain unter Kaiser Taumiel Ul Del Sylvanus, in den Kampf einzugreifen. Zunächst boten sie den verbliebenen Heiligen Königreichen ein Bündnis an, doch sie wurden entschieden zurückgewiesen. Trotz dieses Rückschlags war ihnen jedoch spätestens durch die Beteiligung der Duk’zarist klar, dass sie den Vormarsch von Rah nicht eigenhändig aufhalten konnten, also suchten die Sylvain Unterstützung bei den Königreichen, an deren Seite sie im Krieg der Dunkelheit gekämpft hatten. Das entschlossene Vorgehen der Elfen führte zu einer zeitweiligen Veränderung der Situation, und zum ersten Mal erlitten die Streitkräfte von Rah kleinere Niederlagen. Als die Zitadellen der Duk’zarist jedoch mit ihren Angriffen begannen, wurde klar, dass die Macht der Elfennationen allein nicht genügen würde, um Rahs Vormarsch Einhalt zu gebieten. Nur sechs Monate nach Beginn des Kriegs Gottes hatte Judas klargestellt, wie Gaïas Zukunft beschaffen sein würde. Doch da erschien eine unerwartete Figur auf der Weltbühne und brachte die Hoffnungen zurück. Zhorne Giovanni, der jüngste Spross der Ahnenreihe des Apostels Pietro, zettelte aus dem Innern der eroberten Gebiete einen Aufstand gegen Rah an. Was als einfache Revolte begann, mündete nach einigen Monaten in der größten Bedrohung für Rahs Vorherrschaft. Mit seiner Kampfkraft, seinem brillanten Verstand und einer natürlichen Gabe als Anführer war Zhorne in der Lage, die verbliebenen Streitkräfte der Heiligen Königreiche um sich zu scharen und eine Folge schneller und effektiver Angriffe zu koordinieren.
Die absolute Überlegenheit von Rahs Truppen war jedoch immer noch klar erkennbar, also nahm Zhorne Kontakt mit den Elfennationen auf und akzeptierte Taumiels Angebot. Trotz der großen räumlichen Entfernung zwischen ihren Einflussbereichen gelang es ihnen, den Krieg herumzureißen, indem sie ihre Streitkräfte verbanden. Judas begann an Boden zu verlieren und viele ihrer Armeen wurden ausgelöscht. Als die fliegende Zitadelle Ordos Xenos der Duk’zarist zerstört wurde und in einen Teil der Streitkräfte von Rah einschlug, erkannte ganz Gaïa, dass der Ausgang des Krieges keineswegs so klar war wie bis dahin angenommen.
Das Eingreifen von Rah und der Bruderschaft
Seinen ersten kritischen Wendepunkt erreichte der Krieg bei der Schlacht der Asche, als Rah klar wurde, dass sich seine Armeen auf dem Rückzug befanden, und verließ deshalb die Insel von Tol Rauko, um sie gemeinsam mit der Bruderschaft, seinen mächtigsten Agenten, anzuführen. Der Herrscher von Judas und seine acht Untergebenen erschienen in der Mitte des Schlachtfeldes vor der kombinierten Streitmacht aus über 5 Millionen Menschen, Sylvain und anderen Rassen.
Rah befahl seinen Truppen den Rückzug, während er mit der Bruderschaft allein gegen die Armeen Taumiels und der Heiligen Königreiche vorging. In wenigen Minuten vernichteten die Neun ein Drittel der verbündeten Streitmächte…
Als der Herrscher der Elfennationen sah, wie seine Armeen dahingeschlachtet wurden, und erkannte, dass ihre Feinde lebenden Göttern glichen, befahl er den Rückzug. Dies sollte sich als ein schlimmerer Schlag herausstellen, als die Meisten zunächst annahmen, denn viele begannen daraufhin zu glauben, dass Rah etwas Göttliches an sich hatte. Nach dieser Schlacht wurde die Bruderschaft aufgeteilt und kommandierte fortan die verschiedenen Streitmächte des Judas, um jeden Winkel der Welt anzugreifen.
Nur Zhorne blieb weiterhin siegreich in Schlachten und zeigte damit, dass er nach wie vor der Einzige war, der Rah stoppen konnte. Im Anbetracht der Gefahr, die der junge Mann für ihn darstellte, befahl der Herrscher von Judas den Acht, ihn um jeden Preis umzubringen. Schließlich wurde Zhorne während einer geheimen Versammlung mit Vertretern Taumiels und anderer Allianzgebiete von Karla Edil Sith, Rahs Adoptivtochter und Mitglied der Bruderschaft, gestellt. Die beiden bekämpften sich bis aufs Blut, wobei das Mädchen mehrere göttliche Angriffe gegen ihn lenkte. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung rief Karla den Dunklen Aeon Tawil At-U’mr, den Herrscher der Tore, herbei, um Zhorne ins Nichts zu ziehen. Diesen Moment wählte Keith Kaiel Sith, der Anführer der Bruderschaft, der den Kampf insgeheim beobachtet hatte, um sie beide mit einem vernichtenden Angriff zu treffen, der keine Spur von ihnen zurückließ.
In den folgenden Monaten setzten die Streitmächte von Judas unter dem Befehl von Keith und dem Rest der Bruderschaft ihren Vormarsch fort. Bald hatten sie alles ungeschehen gemacht, was Zhorne erreicht hatte. Nachdem sie einen Großteil des Alten Kontinents in ihre Gewalt gebracht hatten, breiteten sie ihren Einfluss zu den Ländern jenseits des Ozeans aus. Das kurze Bündnis gegen Rah begann zu zerbrechen, und Kaiser Taumiel blieb nichts weiter als ein Abwehrkampf.
Terminus und das Ende der Welt
Nachdem Monate vergangen waren und er von allen für tot gehalten wurde, kehrte Zhorne plötzlich zurück, um die Reste seiner Armeen anzuführen. Mit erneuerter Kraft führte er eine weitere Wende im Krieg herbei, indem er die zentrale Region des Alten Kontinents zurückeroberte und sogar einige Mitglieder der Bruderschaft besiegte. Unter Einsatz von Blut, Schweiß und Tränen gelang es, die Terminus-Ebenen zu erreichen, wo er sich mit den verbliebenen Bündnis-Armeen vereinte. Taumiel und die Anführer der anderen Königreiche und Nationen von Gaïa kamen auf seine Anfrage hin zusammen, gemeinsam mit Drachen und anderen uralten Bestien. Ihnen entgegen standen die Streitmächte von Judas, die mächtigste Armee, die es jemals gegeben hatte.
So begann die größte Schlacht, die die Welt jemals gesehen hatte und von der jeder ausging, dass Rah sie gewinnen würde. Doch es geschah etwas, das in den Plänen des Herrschers von Judas nicht vorgesehen war. Während das finale Gefecht anbrach, gelang es einem Duk´zarist namens Larvae, die Verteidigungslinien von Tol Rauko zu durchbrechen und dorthin vorzudringen, wo Ark Noah gefangen gehalten wurde. Wie ihm dies gelang, ist längst Legende geworden, ebenso wie die furchtbare Entdeckung, die er in den Tiefen der Festung machte. Er fand dort eine gewaltige Maschine, die mit der Technologie der Verlorenen Loggia von Solomon erschaffen worden war und mit den Seelen der Opfer des Krieges gefüttert wurde und diese Energie zu einem unbekannten Ziel kanalisierte. Hunderte von Kilometern entfernt spürte Rah, dass jemand in die versiegelten Kammern eingedrungen war und kehrte nur Stunden vor dem Beginn der Schlacht von Terminus dorthin zurück. Aus diesem Grund trafen Rah und Zhorne niemals persönlich aufeinander, und das ironische Schicksal nahm seinen Lauf, wie es noch nicht einmal die Himmel hatten vorhersehen können.
Als über zwanzig Millionen Soldaten aufeinander prallten, wurden die Felder in Blut gebadet. Die Schlacht war so gewaltig, dass sie mehrere Tage dauerte, obwohl sich die erdrückende Überlegenheit der Streitkräfte des Judas bereits am Ende des ersten Tages herausstellte. Aber auch ohne Hoffnung setzten die Armeen von Zhorne und Taumiel ihren Kampf fort.
In jenem Moment kämpften sie nicht für ihre Ideale, ihren Glauben oder ihre Rache.
Sie kämpften, weil ihnen nichts anderes mehr übrig blieb.
In der Nacht des zweiten Tages, als sich bereits ein Ende der Auseinandersetzung ankündigte, erreichten die Neuigkeiten von Noahs Befreiung die Armeen der Duk´zarist und führten damit zu einer unerwarteten Wende. Als die Dunklen erfuhren, warum man sie zur Teilnahme am Krieg gezwungen hatte (ein Geheimnis, das bis dahin sorgfältig gehütet worden war), zogen sie sich von den Positionen zurück, die sie erobert hatten und vernichteten die Streitkräfte von Judas in ihrem Pfad. Dies verhalf Zhorne und seinen Verbündeten zu der Gelegenheit, die sie dringend benötigten, und der junge General ließ sie nicht ungenutzt verstreichen. Mit den Resten seiner Armee griff er die gespaltene Schlachtreihe von Judas an, und als sich der dritte Tag seinem Ende zuneigte, waren Rahs Armeen zum Rückzug gezwungen, in der Hoffnung auf eine Neuformierung, zu der es niemals kommen sollte. Ohne eine Sekunde zu verschwenden, drang Zhorne durch die vom Krieg heimgesuchten Länder vor an die Küste der Sehnsucht, wo er sich gemeinsam mit seinen besten Soldaten zu Rah und dem Herzen der Inneren See aufmachte, um den Krieg Gottes ein für alle Mal zu beenden.
Weit entfernt in Tol Rauko wurde dem Herrscher von Judas bewusst, dass das Ende gekommen war. Die Welt, die er hatte retten wollen, hatte sich der von ihm gebotenen Befreiung widersetzt. So beging er, von Bitterkeit erfüllt, die größte vorstellbare Schreckenstat. Wenn er die Welt nicht retten konnte, dann würde er sie zerstören.
Bevor Zhorne die Festung erreichte, stieg Rah hinab in die Tiefen der Erde und schaltete die von ihm gebaute Maschine ein. Im selben Moment schwappte eine unvergleichliche Welle der Zerstörung über Gaïa, die alle physischen und alle spirituellen Ebenen heimsuchte. Selbst heute kennt man noch nicht die wahren Ziele und Folgen der Maschine, doch von jenem Moment an war nichts mehr so wie zuvor.
Der dunkle Tag danach

Eine Zeit der Trennung
Rah, der die Maschine berührt hatte, als er sie einschaltete, wurde vollständig ausgelöscht, wodurch der Krieg, der Gaïa drei Jahre lang mit Verzweiflung überzogen hatte, zu einem abrupten Ende kam. Mit Hunderten Millionen Toten und mehreren ausgelöschten Zivilisationen konnte man es allerdings kaum als einen “Sieg” bezeichnen. Zwei Kontinente waren vollständig verschwunden, ausgelöscht durch die Kräfte, die der Herrscher von Judas in seinem Wahnsinn entfesselt hatte; mehr als die Hälfte der bekannten Welt hatte aufgehört zu existieren… und das waren noch nicht alle Auswirkungen von Rahs Tat. Die Maschine hatte die Grundlage der übernatürlichen Essenz Gaïas zerstört, wodurch magischen Wesen die Lebensgrundlage entzogen war. Viele uralte und mächtige Kreaturen wie die Drachen und Titanen waren gezwungen, sich zurückzuziehen, während andere Rassen wie die Sylvain und Daimah das Fehlen der Essenz wie den Verlust der Atemluft empfanden.
Das Wenige, was von Gaïa geblieben war, stürzte ins Chaos. Die Heiligen Königreiche und ein Großteil der nichtmenschlichen Nationen wurden zu einer vagen Erinnerung, während Räuber, Bestien und namenlose Horrorgestalten alles in ihrem Pfad vernichteten. Der Rassenhass erlebte eine schreckliche Blüte, als sich die Angehörigen verschiedener Rassen in unprovozierten Angriffen gegenseitig an die Kehle gingen. In einer leeren und dahinscheidenden Welt fragten sich die Überlebenden, ob es noch einen Grund zum Weiterleben gab.
In dieser Zeit des Niedergangs wandte sich Zhorne Giovanni, der immer noch die verbliebenen Streitkräfte der Verbündeten anführte, an Kaiser Taumiel Ul Del Sylvanus, um mit ihm eine neue Ordnung zu erschaffen. Unglücklicherweise wies der Kaiser dieses Angebot zurück und zog sich mit seinen überlebenden Armeen zurück, um das Wenige zu schützen, das von den Elfennationen noch geblieben war, nachdem Khalis, der Hauptkontinent der Sylvain, zu existieren aufgehört hatte.
Trotz der Abwesenheit der Elfennationen in der Allianz versuchte Zhorne, in diesen Zeiten von Tod und Zerstörung mit seinen Mitteln den Frieden zu wahren. Er machte Jagd auf die Räuber und Briganten und erlaubte denen, die sich ihm ergaben, sich seinem Kreuzzug anzuschließen. Bald folgte ihm eine Legion der Schutzlosen, die in Zhorne das einzige Licht in einer Ära der Finsternis sahen.
Vier Monate später erreichte er die Ruinen von Erzengel und befahl den Wiederaufbau der Stadt, bevor er seinen Weg fortsetzte, um die Ordnung zu anderen Orten zurückzubringen. Jedem Gebiet, das er in sein Reich eingliederte, verlieh er den Titel von Abel und erschuf so ohne es zu ahnen die Wurzeln für das, was einst das wichtigste Kaiserreich der Welt werden würde. In den ersten Jahren versuchte Zhorne, eine wohlwollende Einstellung gegenüber dem Übernatürlichen zu fördern und den nichtmenschlichen Rassen und Zauberern einen Platz in Abel einzuräumen. Doch leider steckten der Hass und die Angst vor der Magie tief in der Mentalität der Leute, und die daraus entstehenden Konflikte machten ein Zusammenleben sehr kompliziert. Die Situation wurde untragbar, als eine Bande aus Zauberern, die sich als Erben von Yehudah bezeichneten, die Südgrenze von Abel angriffen, während mehrere Devahs, die im Landesinneren wohnten, einen groß angelegten Angriff auf Erzengel unternahmen. Beide Konflikte kosteten nicht nur viele Leben, sie bestätigten auch Zhornes größte Angst, nämlich dass ein Zusammenleben unmöglich war. Also vertrieb er alle übernatürlichen Wesen unter Androhung der völligen Auslöschung seiner Länder. Die mystischen Wesen verschwanden praktisch über Nacht, versteckten sich
vor den Augen der Sterblichen und leben seither im Geheimen unter uns.
Die Menschheit begann indessen damit, das Übernatürliche zu vergessen, so dass die Magie und andere unerklärliche Phänomene zu einem Schatten der fernen Vergangenheit wurden.
Zehn Jahre nach dem Ende des Krieges kehrte Zhorne nach Erzengel zurück und traf seine wichtigste Entscheidung. Am 16. September 233, dem Tag seiner Hochzeit, gründete Giovanni das Heilige Kaiserreich von Abel.
Das Heilige Kaiserreich von Abel
Das Heilige Kaiserreich von Abel wurde mit dem Ziel gegründet, Gaïa unter einer einzigen Flagge zu vereinen. Zhorne ernannte sich zum geistigen und kaiserlichen Führer und verband die weltliche und geistliche Macht in einer Person. Die vom Kaiserreich annektierten Länder wurden zu Fürstentümern, die der Heiligen Krone von Abel ihre Treue schworen. Anschließend verlieh Zhorne den Titel Kriegsfürst an seine vier wichtigsten Generäle, überstellte ihnen das Kommando über die Armeen von Abel und machte sich an den Wiederaufbau der Kirchenpracht.
Doch auch das brachte dem jungen Kaiser keinen Frieden. Bald nahm er wieder seine Reisen auf und brachte viele weitere Länder dazu, sich freiwillig dem Kaiserreich anzuschließen. In jener Zeit eilte ihm sein Ruf weit voraus, und in jedem Winkel der Welt wusste man, dass er Stabilität, Ordnung und Gerechtigkeit mit sich brachte. Dennoch lief nicht immer alles friedvoll ab. Zunächst musste er die Bedrohung durch Nazhael, einen von Rahs Feldmarschällen, eindämmen, der die Gebiete entlang der Handelsküste unter seine Kontrolle gebracht hatte, und sich den beiden verbliebenen Mächten stellen, die im Zeitalter des Chaos’ entstanden waren, den Ländern von Al-Enneth und dem Reich von Lannet. Jahrelang reiste er von einem Ende Gaïas an das andere, um sein Ziel auf jede mögliche Weise zu erreichen. Nachdem der gesamte alte Kontinent unter der Herrschaft der kaiserlichen Flagge vereint war, weitete Zhorne seinen Blick zu den weiter entfernten Ländern aus, zunächst zur Insel von Varja und dann zum neuen Kontinent. Es war eine Zeit des Wandels, in der viele Länder und Nationen entstanden, die es auch heute noch gibt. In jener Zeit gründete der Kaiser außerdem zwei der wichtigsten Institutionen: Die Inquisition, die den übernatürlichen Gefahren, die sich unter den Menschen versteckten, ein Ende bereiten sollte, und die Ritter von Tol Rauko, denen es oblag, das Wissen vergangener Zeitalter zu bewahren und zu beschützen.
Endlich, nach mehreren Dekaden ununterbrochener Arbeit, konnte Zhorne endlich zu seiner geliebten Kaiserin zurückkehren und an ihrer Seite ausruhen. So wie er es sich gewünscht hatte und obwohl er seine Hände dafür mit Blut besudeln musste, würde er den Kindern von Gaïa eine Welt zurücklassen, die sich stark von den dunklen Zeiten unterschied, in denen er leben musste. So war es Zhorne Giovanni im Jahr 355 unseres Zeitalters beschieden, im Alter von 159 Jahren auf die Weise zu sterben, die er sich immer gewünscht hatte: Friedlich in seinem Schlaf.
Die sieben Jahrhunderte
Nach Zhornes Tod erbte sein einziger Sohn Lazaro Giovanni die Krone von Abel und die mit ihr verbundene Bürde. Mit demselben Talent wie sein Vater gesegnet und von diesem seit frühester Kindheit ausgebildet, erwies sich Lazaro dem Erbe mehr als gewachsen. Seine erste große Herausforderung bestand in der Unabhängigkeitserklärung von Lannet und Shivat nach dem Tod des Kaisers. Mit seinen intelligenten und gewandten Entscheidungen hielt Lazaro das Heilige Kaiserreich nicht nur zusammen, indem er den Aufstand auf Varja mit einem Minimum an Blutvergießen niederschlug, sondern schaffte es auch, eine echte Einigkeit zwischen den verschiedenen Fürstentümern zu bilden, die im Hohen Senat vertreten waren, und den Anführern aller Länder eine Stimme zu geben. Es war der Beginn einer langen Phase, die als die Sieben Jahrhunderte in die Geschichte einging und in der das Kaiserreich Abel über Gaïa herrschte.
Natürlich gab es auch in jenen Zeiten immer wieder große Schwierigkeiten, wie der Angriff des Clans Thurizung gegen Haufman (der viele Tote sowie einen gewissen Kontrollverlust in den nördlichen Landen zur Folge hatte) und zwei weitere bewaffnete Aufstände in Lannet und Shivat. Die Vorgehensweise der Kaiser war jedoch stets vorbildhaft in der Ausübung ihrer Macht und der grundlegenden Fähigkeit, aus jeder Krise mit der alten Stärke hervorzugehen. Selbst als Gaïa zu Beginn des sechsten Jahrhunderts von einem gewaltigen Erdbeben erschüttert wurde, das Hunderttausende von Opfern forderte und große wirtschaftliche Verluste mit sich brachte, war das Kaiserreich der Herausforderung gewachsen, indem Hilfskompanien gegründet und große Mengen Geld in den Wiederaufbau investiert wurden.
Ohne Zweifel bestand eine der besten Entscheidungen von Abel darin, die schlichtenden Kriege einzuführen, in denen die Konflikte zwischen verschiedenen Ländern und Fürstentümern mithilfe genau festgelegter und von kaiserlichen Arbitern überwachter Regeln ausgetragen wurden. So war es möglich, Kriege auf ähnliche Weise wie sehr komplexe Schachpartien auszutragen und die Zivilbevölkerung vor unnötigem Blutvergießen zu bewahren. Der Wohlstand zeigte sich in einem großen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung, der einige bahnbrechende Entwicklungen mit sich brachte, die in früheren Jahren undenkbar gewesen wären. Zum ersten Mal in unserer Geschichte marschierte die Menschheit in riesigen Schritten auf eine großartige Zukunft zu.
Das Ende einer Dynastie
Manchmal frage ich mich, ob es stimmt, dass einige wenige Leute (oder selbst eine einzelne Person) die Welt verändern kann. Zu oft hat die Geschichte diese Frage mit einem Ja beantwortet, doch nicht immer führten die Veränderungen zu einer Verbesserung der Lage. Und so zerstörte ein einzelner Mann die Ideale des Kaiserreichs.
Schon bevor er zum Kaiser wurde, hatte Lascar Giovanni, der Jüngste in der kaiserlichen Erbreihe, ein Verhalten an den Tag gelegt, das sich stark von dem seiner Vorfahren unterschied. Als Kind war er launisch, arrogant und bösartig. Er ließ sich bei der Verfolgung seiner Ziele von nichts abbringen, und obwohl er dieselben Talente zeigte, die seine Familie seit Generationen auszeichnete, schien er dazu entschlossen, sie ausschließlich zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen. Viele, einschließlich seines Vaters, waren der Meinung, dass er sich ändern würde, sobald er das Gewicht der Kaiserlichen Krone auf seinem Haupt fühlte, doch sie hätten sich nicht mehr täuschen können.
Als Lascar den Thron bestieg, stellte sich heraus, dass sein vorheriges Verhalten nur ein Schatten dessen war, was Abel erwartete. Sobald er die absolute Macht über das Heilige Kaiserreich innehatte, trat das Reich in ein Zeitalter der Verkommenheit und Grausamkeit ein, die es nie zuvor erlebt hatte. Lascar nahm sich jede Frau, die ihm in den Sinn kam, befahl sinnlose Hinrichtungen und führte Kriege einfach nur, um seine Langeweile zu bekämpfen. Er brachte sogar seine eigene Frau um (obwohl dies in der Öffentlichkeit als Selbstmord dargestellt wurde), die vormalige Prinzessin von Lucrecio, um sie davon abzuhalten, seinen Erstgeborenen Lucanor zur Welt zu bringen.
Die Sittenlosigkeit seiner Taten erreichte schließlich ein solches Ausmaß, dass sich der der oberste Kriegsfürst, Elias Barbados, dazu veranlasst sah, ihn zum Abdanken zugunsten seines im Kindessalter befindlichen Sohnes zu bewegen. Als er sich weigerte, beschloss Elias, der für die Sicherheit des Herzens des Heiligen Kaiserreichs verantwortlich war, Lascar mit Gewalt abzusetzen. Er traf sich im Geheimen mit dem Erzbischof Augustus und dem Hohen Marschall von Tol Rauko, und sie einigten sich auf einen gewagten Plan. Elias würde unter dem Vorwand der Austragung von Kriegsspielen seine besten Elitesoldaten in Erzengel sammeln und die Abwesenheit eines Großteils des Himmelsordens, der persönlichen Leibgarde des Kaisers, nutzen, um den Kaiserpalast zu stürmen und Lascar zu zwingen, zugunsten seines Sohnes abzutreten. So würde alles in einem Handstreich und mit einem Minimum an Verlusten vorüber sein.
Wie geplant griffen die Streitkräfte des Kriegsfürsten das Schloss des Engels in der Nacht des 11. März 957 an. Die Ritter des Himmelsordens bewiesen ihren Wert und hielten dem Angriff trotz der überwältigenden Überzahl ihrer Gegner für mehrere Stunden stand. Lascar dagegen war sich von Anfang an klar, dass ein Widerstand aussichtslos war, und wartete mit einem ironischen Lächeln im Thronsaal. Nur wenige Minuten, bevor Elias ihn erreichte, ließ Lascar seinen Sohn herbeirufen und zwang den Jungen vor aller Augen, ihn mit dem kaiserlichen Rechtsbringer von Zhorne zu erstechen. In dem Moment, als der erste Blutstropfen auf den Boden traf, war das Schicksal des Jungen als künftiger Kaiser verdammt, weil Lucanor eine Sünde gegen das Kaiserreich begangen hatte.
Dies war das finstere Vermächtnis, das Lascar der gesamten Welt zurückließ: Das Ende seiner Dynastie und eine Destabilisierung von Gaïa.
Der letzte Kaiser
Lascars Tod durch Lucanors Hände brachte Elias’ Pläne vollständig durcheinander, da das Kind nicht mehr auf den Thron steigen konnte. Ohne einen anderen Nachfolger sah das Kaiserreich einem ungewissen Schicksal entgegen, da bis zu diesem Moment das gesamte Konzept von Abel auf der fast heiligen Führerschaft der Giovanni-Erblinie beruhte. Man hatte es also mit einem schwerwiegenden Problem zu tun, und auf der Suche nach einer Lösung spalteten sich die Mächtigen von Gaïa in zwei Lager: einige waren dafür, dass Lucanor trotz seines Verbrechens auf den Thron stieg, während die anderen einer neuen Dynastie den Vorzug gaben. Lucanor selbst löste das Dilemma, indem er öffentlich verkündete, dass er unter den gegebenen Umständen nicht auf den Thron steigen würde. Deshalb wurde Elias Barbados, der nächste Anwärter auf den Thron (auch wenn er nicht zur Giovanni-Erblinie gehörte), mit der Unterstützung der verbliebenen Kriegsherren und der Kirche zum Heiligen Kaiser ernannt.
Da er Lascars Sohn nicht für das Geschehene verantwortlich machen konnte, bestand die erste Entscheidung des neuen Herrschers von Abel darin, das Kind nach Lucrecio zu schicken und ihm den Titel eines Prinzen in Übereinstimmung mit dem Erbrecht seiner Mutter zu verleihen. Natürlich führte der Aufstieg von Elias auf den Thron zu erheblichem Unmut in der Welt. Viele Fürstentümer, die sich schon immer für ihre Unabhängigkeit eingesetzt hatten, nutzten die Gelegenheit, um die kaiserliche Politik dahingehend zu beeinflussen, und schlugen auf Grund der aktuellen Situation sogar die Bildung der ersten Republik von Abel vor. Der Druck nahm stetig zu und einige befürchteten, dass sich Elias ihm nicht lange würde widersetzen können. Entgegen aller Erwartungen erwies sich der vormalige Kriegsfürst aber ebenso geschickt in politischen Dingen wie auf dem Schlachtfeld. Unterstützt vom hochintelligenten Erzbischof Augustus, einem der liberalsten Führer, den die Kirche in ihrer langen Geschichte gehabt hatte, bewahrte er die kaiserliche Einheit mit mutigen Reformen und feinem Gespür für die Bedürfnisse seiner Untergebenen. Im Gegensatz zu Lascars Schreckensherrschaft wurden die Änderungen in Abel auch von den radikalsten Fraktionen mit Wohlwollen und Optimismus aufgenommen, und das Kaiserreich genoss eine Zeit des Wohlstands, die drei Jahrzehnte anhalten sollte. Unglücklicherweise entsprach Elias’ Erfolg im öffentlichen Leben in keinster Weise seinem Privatleben, das von Tragödien überschattet war. Die schlimmste davon war der Tod seiner Frau, als sie seine Tochter Elisabetta zur Welt brachte. Schwer getroffen von diesem Verlust machte der Kaiser das Kind verantwortlich und hielt es von sich fern, so dass sie bei den Rittern des Himmelsordens aufwuchs.
Der Anfang vom Ende
Nach dem Tod seines Freundes und Mentors Erzbischof Augustus fand sich Elias in der schwierigen Situation, einen neuen geistigen Führer für die Kirche finden zu müssen. Die Entscheidung erwies sich als schwieriger, als der Kaiser gedacht hatte, da es nicht nur fast unmöglich erschien, eine geeignete Person unter den Kandidaten zu finden, sondern weil die Rivalität um den Posten zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den Fürstentümern führte. Trotz der vielfältigen Erfahrungen, die Elias auf dem Thron gesammelt hatte, musste er sehr behutsam vorgehen, da eine falsche Entscheidung leicht das Kräftegleichgewicht in Gaïa zerstören konnte.
Nachdem er mit Dutzenden Kandidaten gesprochen hatte, traf der Herrscher von Abel in einer Audienz auf eine junge Äbtissin, die sein Leben verändern würde. Ihr Name war Eljared und in einem Alter von nur 26 Jahren hatte sie bereits den höchsten Rang erreicht, den eine Frau in der Kirche erlangen konnte. Alles an ihr war geheimnisvoll und sie besaß eine überirdische Schönheit und ein überwältigendes Talent, das Elias vom ersten Augenblick an vereinnahmte. Weil er sie nicht mehr aus seinem Kopf bekam, nutzte er künftig jede freie Minute, um sich mit ihr zu treffen und verbrachte schließlich einen Großteil seiner Zeit an ihrer Seite. Nach mehreren Monaten ernannte er sie zur Überraschung der Welt zum neuen Hohen Erzbischof, ein Titel, der sich noch nie in der Hand einer Frau befunden hatte. Natürlich gab es Fürstentümer, die damit nicht einverstanden waren, doch ohne einen triftigeren Grund konnten sie nicht gegen die Krone von Abel vorgehen.
Sobald sie zum Oberhaupt der Kirche gesalbt worden war, sammelte Eljared eine gewaltige persönliche Macht um sich, mehr als jeder Erzbischof vor ihr besessen hatte. Der Kaiser ließ sich von seinen Gefühlen für sie blenden und übertrug ihr die gesamte kaiserliche Entscheidungsgewalt, wodurch sie effektiv zur wahren Herrscherin von Abel aufstieg. Sobald sie die absolute Macht innehatte, begann sie, ganz Gaïa mit seltsamen Entscheidungen heimzusuchen, die auf wenig Verständnis stoßen. Sie setzte ihre eigenen Agenten als Anführer der wichtigsten Organisationen des Kaiserreichs ein, während sie die Freilegung gefährlicher Geheimnisse aus der Vergangenheit befahl. Mit großer Sorgfalt platzierte sie wie ein akribischer Schachspieler ihre Figuren auf dem Brett, um sich auf das größte Spiel vorzubreiten, das je gespielt wurde.
Zum zweiten Mal begann sich die Welt vor unseren Augen zu verändern, ohne dass wir es bemerkten.
Der Bruch des Himmels
nächsten standen, nicht verborgen. Viele Gouverneure protestierten öffentlich gegen ihre Handlungen und warnten davor, dass ihre Entscheidungen ihrer Position nicht angemessen waren. Die Erzbischöfin ignorierte diese Warnungen und verhielt sich fortan noch seltsamer, ohne offensichtliche Motive an den Tag zu legen. Es war, als wolle sie die Welt zur offenen Rebellion aufstacheln. Die Situation erreichte einen kritischen Punkt, als Maximilian Hess, der Herrscher von Remo, sie öffentlich der Hexerei bezichtigte und dass sie den Kaiser mit ihren Zauberkräften betört habe. Die von ihm beauftragten Erkundigungen hatten ergeben, dass es die „Äbtissin Eljared“ niemals gegeben hatte und ihr gesamter Werdegang von vorne bis hinten erlogen war.
Als Reaktion befahl die Erzbischöfin, Remo dem Erdboden gleichzumachen und alles dort zu Asche zu verbrennen. Der Kriegsfürst Tadeus Van Horsman, persönlicher Freund von Elias, weigerte sich, diesen Befehl auszuführen und bat darum, sie noch einmal zu überdenken, doch Eljared ersetzte ihn einfach durch einen anderen, der ihren Plan ausführen würde. Kaum eine Woche später lag das stolze Fürstentum Remo in Trümmern und der leblose Leichnam von Hess hing wie eine Trophäe von der höchsten Ruine der Hauptstadt. Dies löste eine Schockwelle des Entsetzens aus und zahlreiche Länder versuchten, sich von Abel abzunabeln, was die Erzbischöfin dazu veranlasste, allen Rebellen den Krieg zu erklären. Zum ersten Mal in sieben Jahrhunderten war Gaïa von einem gewaltigen Konflikt bedroht.
Und während sich das von Eljared provozierte Chaos in der Welt ausdehnte, begann sie ihre wahren Pläne in die Tat umzusetzen.
Während der Feierlichkeiten zum Anbruch des neuen Jahres traf uns die Tragödie – die schicksalhafte Nacht, die als Bruch des Himmels bekannt wurde. In allen Winkeln des Globus’ aktivierten die Agenten der Erzbischöfin eine komplizierte, übernatürliche Anlage, die eine auf die Stadt Erzengel zentrierte Veränderung der Existenz heraufbeschwor.
Die Erde bebte, die Ozeane verdunkelten sich und der Himmel über Gaïa wurde rot wie Blut.
Die folgenden Ereignisse sind immer noch unklar. Offiziell griffen noch in derselben Nacht Streitkräfte unter der Führung von Kriegsfürst Tadeus Van Horsman das Schloss des Engels an, um dem Wahnsinn des Kaisers ein Ende zu bereiten. Neueste Informationen weisen jedoch darauf hin, dass Tadeus erst am folgenden Morgen befreit wurde, was die früheren Angaben zweifelhaft macht. Wie dem auch sei, jedenfalls kam es, während sich die Armeen in der Stadt erhoben, zu einer furchtbaren Auseinandersetzung im
Kaiserpalast, der einen Großteil des Gebäudes zerstörte. Auf dem Höhepunkt des Kampfes trat die Tochter des Kaisers an ihren Vater heran, um ihn zu bitten, dem Irrsinn ein Ende zu bereiten, doch der Kaiser, nun völlig dem Wahnsinn anheim gefallen, griff sie an und warf Elisabetta vor, die Wurzel allen Übels zu sein, dass das Kaiserreich befallen hatte. Als Kisidan, einer der höchsten Ritter vom Himmelsorden, das Kind, dass er all die Jahre vor Schaden bewahrt hatte, in Gefahr sah, blieb ihm nichts anderes übrig, als Elias Leben zu beenden. Wenige Minuten später verschwand Eljared für immer, nachdem sie noch ein letztes Mal hoch über dem Turm des großen Schutzengels der Stadt erschienen war, ihre Arme in den Himmel gereckt.
Ihre letzten Worte hallten in der gesamten Metropole wieder: “Ist der Mensch nur ein Fehler Gottes, oder Gott nur ein Fehler des Menschen? Ihr, die ihr wie Kinder durch die Dunkelheit eurer eigenen Geschichte wandert, öffnet eure Augen. Es wird bald beginnen. Schaut gut zu, während wir voranschreiten. Am Ende werden wir die Welt nur retten können, wenn wir Gott widersagen.“
Zum Guten oder Schlechten, nach weniger als einer Stunde war alles vorbei.
Der Tod des Heiligen Kaisers hatte schreckliche Folgen im ganzen Kaiserreich. Da sie die furchtbare Instabilität vorhersah, die Gaïa erfassen würde, machte Elisabetta ihren Anspruch auf den Thron geltend und arbeitete darauf hin, das Gleichgewicht der Kräfte zu wahren. Unglücklicherweise weigerten sich viele der Fürstentümer, die sich Monate zuvor von Abel losgesagt hatten, sie als neue Anführerin zu akzeptieren, während der Kriegsfürst Matthew Gaul und einige weitere Länder die Azur Allianz gründeten, ein Samenkorn des Widerstands, das dazu gedacht war, eines Tages zu einem neuen Kaiserreich aufzusteigen. Unentschlossen, wem sie ihre Loyalität schuldig ist, hat sich die Kirche zur Neutralität entschlossen und ohne das Einverständnis der Kindkaiserin einen neuen Erzbischof ernannt.
Und nun…

Elisabetta und Kisidan
Inzwischen ist die erste Hälfte des Jahres 990 verstrichen. Ein Jahr ist vergangen seit dem Tod von Elias, und die Spannungen zwischen dem Kaiserreich, der Azur Allianz und der Kirche sind seither gewachsen. Durch das auseinander gebrochene Abel ist die Kindkaiserin gezwungen, die Kontrolle über die verbliebenen Gebiete aufrecht zu erhalten, damit die Welt nicht von den Flammen des Krieges verschlungen wird, während sich die anderen Länder auf den bevorstehenden Konflikt vorbereiten.
Durch Eljareds Einfluss wurde die Realität erheblich verändert und die übernatürlichen Kräfte nehmen an Intensivität zu, während die feine Membran, die die reale Welt von der Todeszone trennt, dünner und dünner wird. In dieser Zeit des Wandels haben sich die Mächte, die vor unseren Augen verborgen liegen, erneut zum Eingreifen entschlossen.
Das dunkle Vermächtnis der Menschheit steht kurz davor, Früchte zu tragen.
Nichts ist zu Ende. In Wirklichkeit hat die Geschichte gerade erst begonnen.
